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StephanLiebe Mitchristen in unseren Gemeinden,

was tun wir nicht alles, damit Weihnachten ein schönes Fest wird?
Wir schmücken unsere Häuser und unsere Kirchen, backen Plätzchen, suchen Geschenke für unsere Lieben aus und wenn es passt, nehmen wir uns Zeit, um Verwandte zu besuchen. Zu den Gottesdiensten ziehen wir uns schick an und bei manchem Konzert oder Krippenspiel werden die Smartphones gezückt, um diese festlichen Momente zu verewigen. Von außen ist gut sichtbar: Es ist Weihnachtszeit. Und wie sieht es in unserem Inneren aus?

Wenn ich die Weihnachtsgeschichte höre, bleibe ich oft an einem Satz hängen, der leicht übersehen werden kann:
„Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen.“ (Lk 2,19) - Ja wie sieht das Weihnachtsgeschehen in unserem Herzen aus? Dringen die Worte wie  „Euch ist der Heiland geboren“, „Friede auf Erden“, „Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude“ bis zu unserem Herzen vor?

Oder gehen sie uns nicht einmal mehr unter die Haut?

Ich kann mir gut vorstellen, dass es einige Menschen auch in unseren Gemeinden gibt, denen die Weihnachtsbotschaft befremdlich vorkommt, weil sie in einer schwierigen Situation stecken: Da wird um einen lieben Menschen getrauert, eine Beziehung ist zu Bruch gegangen, eine Diagnose wirft mich aus der Bahn und ob mein Arbeitsplatz sicher ist, steht in den Sternen.

Und dann soll ich Weihnachten feiern? Ist es nicht eher eine weinende Nacht, weil mir trotz äußerlicher Festlichkeit eigentlich zum Heulen ist?

Aber vielleicht werde ich durch diese Tage ermutigt, mich mit mir selbst auseinander zu setzen: Vielleicht gilt es, mich mancher nächtlichen Situation zu  stellen und Ausschau zu halten nach den  Lichtschimnmern und Sternen, die mir wie den Hirten und den Sterndeutern einen Weg durch die Dunkelheiten meines Lebens zeigen, so dass ich zunehmend sicherer werden kann: Gott ist da. Die Umstände wie er in die Welt kam, waren ja auch nicht einfach.

So wünsche ich Ihnen, dass so manches weihnachtliche Wort ihr Herz erreicht und sie nachhaltig bewegt - auch über die Feiertage hinaus.

Ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und Gottes Segen für das neue Jahr 2020 wünscht Ihnen - auch im Namen des Seelsorgeteams - Ihr / Euer Pastoralreferent Stephan Tengler

Der schnelle Blick ...

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