header20032019

Liebe(r) Freund/Freunde..

Grüße von Gabriel aus dem weiten Indien.

Heuer kommt mein Ostergruß über Elektronischen Mail.

Hoffe, ihr seid gesund.

Osterliturgie ist meiner Ansicht nach die schöne Liturgie. Sie berührt einmal im Jahr ganz konkret meine tiefe Seele. Aber heuer ist alles anders geworden. Ich konnte keine feierliche Osterliturgie mit den Gläubigen feiern. Es tut einem Priester wirklich weh. Aber ich nehme die von der Natur gegebene Corona Realität an. 

Sicher fehlt uns Priester die Präsenz der Gemeindemitglieder in der Kirche. Kirche mag leer stehen. Aber nichts kann uns vom Beten stoppen. Auch im Leiden und auf dem Sterbebett kann man immer noch beten. So habe ich heuer die Liturgie der Heiligen Woche mit halben Dutzenden Nonnen gefeiert. Es war eine neue Erfahrung.  Eine Erfahrung…. Je mehr man von Gott Abstand zu halten gezwungen ist von Umständen oder von Menschen…, desto mehr hat man starken Durch nach Gott…. Ein Priester ist normalerweise nicht hungrig, weder leiblich noch geistig. Er ist öfter davon satt. Aber in diesen Tagen konnte ich diesen spirituellen Hunger nach Gott spuren und auch von anderen davon hören. So habe ich  in aller Stille die Liturgie der Heilige Woche begangen

Ja, es ist eine böse, dunkele Zeit. Bei uns leiden viele Tagelöhner an Mangel an den notwendigen Sachen wie Lebensmittel.  Ausgangsperre heißt für die Tagelöhner keine Arbeit, Keine Arbeit bedeutet kein Geld. Mangel an Geld führt sie zum Hungern. Um ihren Hunger zu stillen habe ich am Gründonnerstag für 58 Notleidenden Menschen in meiner Gemeinde 10 Kg Reis, 1Lt Öl, 1 Kg Linsen, 5 Kg Gemüse geschenkt. Gründonnerstag ist der richtiger Tag dafür, denn dieser Tag wird bei uns als den Tag der Abschaffung der Hunger und Krankheit begangen. Dies ist nach dem Liebes Gebot Jesu, dass er uns am Gründonnerstag gegeben hat.  So habe ich heuer mein kleines Osterlicht angezündet.

Auferstehung bedeutet für mich schließlich - die Dunkelheit hell machen, den Hass mit Liebe ersetzen, den Tod mit Leben gelten.  Ja, Auferstehung heißt wieder die große Liebe. Liebe kann alles verwandeln wie the True Love Kiss im Märchen des Froschkönigs; Liebe kann das neue Leben hervorbringen wie die Natur in der Frühling. Und Gottes Liebe ist noch stärker, stärker als alle Tod und Sünde. Gottes Liebe hat das letzte Wort, nichts Anderes, weder Tod, noch Hass, noch Dunkelheit, noch Corona….

Ich folge die Nachricht aus Deutschland. Es tut mir Leid zu wissen, dass so viele Menschen von Corona heimgesucht sind; dass wir noch lange unbeweglich zuhause bleiben müssen…. Aber alle Herausforderungen und Enttäuschungen haben nicht das letzte Wort, sondern die Liebe Gottes, die heute und jeden Tag durch die Dunkelheit des Leidens und des  Todes hindurch leuchtet. Dieser Liebe Gottes wollen wir uns heute anvertrauen. Gottes Liebe, die alle menschlichen Begriffe, Begreifen übersteigt, wird auch uns von allen Krisen, Leiden und Sterben retten.

Frohe Ostern. 

Euer Gabriel

 

Der schnelle Blick ...

­